aktuelle Andacht
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
1.Korinther 10,23-24
F R E I H E I T !!!
Mit diesem Wort auf den Lippen starb in dem Film Braveheart der schottische Freiheitskämpfer William Wallace. Mutig hatte Wallace die Schotten angeführt in ihrem Kampf gegen die englischen Unterdrücker. Dann wurde er schmählich verraten und nach London verschleppt. Noch während seiner qualvollen Hinrichtung am 23. August 1305 wurde Wallace eine Abkürzung seiner Leiden angeboten, wenn er nur dem englischen König die Treue schwörte. Wallace aber zog es vor, innerlich frei qualvoll zu sterben, als sich dem englischen Herrscher zu unterwerfen.
Im wirklichen Leben unserer Zeit wird die menschliche Sehnsucht nach Freiheit besonders in dem deutlich, was allgemein als arabischer Frühling bezeichnet wird. In einer Reihe von arabischen Ländern gehen Menschenmengen auf die Straßen, um für Freiheit zu demonstrieren. Die Menschen wollen nicht mehr von einzelnen Herrschern oder Eliten kontrolliert und unterdrückt werden. Männer, Frauen und sogar Kinder setzen ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel in diesem Wunsch, Freiheit für die Menschen ihres Landes zu erstreiten.
Was aber geschieht, wenn es tatsächlich gelingt, die Unterdrücker davon zu jagen? Oftmals folgt große Ernüchterung. Entweder löst eine Elite die andere ab, oder aber die Lebensumstände ändern sich doch nicht so umfassend zum Besseren, wie man es erhofft hatte. Aus einem arabischen Frühling wird so sehr leicht wieder ein arabischer Herbst. Wenn jeder tun und lassen kann, was er möchte, brechen eben nicht automatisch paradiesische Zustände an. Man kann die eigene Freiheit missbrauchen und dadurch sich selber und anderen Schaden zufügen. Wie im Straßenverkehr funktioniert ein freies Miteinander auch sonst nur dort, wo es allgemein verbindliche Regeln gibt und wo jeder auch das Wohlergehen und die Rechte der anderen mit im Blick hat.
Auch in der Zeit, als das Neue Testament geschrieben wurde, sehnten sich die Menschen nach Freiheit. Auch damals verstanden viele Menschen Freiheit in erster Linie als eine Freiheit von Regeln und Begrenzungen. In dem obigen Text aus dem Brief an die christliche Gemeinde in Korinth machte Paulus jedoch deutlich, dass echte Freiheit viel mehr umfasst. Echte Freiheit meint nicht nur Freiheit von äußerem Zwang, sondern auch Freiheit für einen Lebensstil, der Menschen gut tut und der Gott gefällt. Diese umfassende Freiheit hat Jesus Christus uns ermöglicht, indem er für unsere Schuld am Kreuz bezahlt hat.
In dieser Weise wünsche ich Ihnen und auch mir immer wieder neu die befreiende Erfahrung eines Lebens, welches Gottes Güte erfährt und Gottes Gebote achtet.
Pastor Lutz Hampel der Volksmission
zur Monatslosung im Februar 2012