Via Satellit eine Predigt über eine Dinnerparty
300 Gäste bei „Pro Christ“ im evangelischen Gemeindehaus in Aalen –
Übertragungen noch bis Sonntag, jeweils um 19.30 Uhr
Mit „Pro Christ“ läuft noch bis Sonntag von Chemnitz aus die größte
Evangelisation Europas. Im evangelischen Gemeindehaus in Aalen feiern
rund 300 Christen täglich den Gottesdienst mit. Am Montagabend war
unter ihnen auch der katholische Weihbischof Thomas Maria Renz, der
sich in Aalen für die Ökumene stark macht.
Aalen. In der Chemnitz-Arena sind alle Plätze besetzt. Im evangelischen Gemeindehaus in Aalen werden schnell noch zusätzliche Stühle aufgestellt. Die
Großleinwand – 3,5 mal vier Meter – steht auf der Bühne. Etwas Zeit zum Reden, sich zu begrüßen, bleibt den Gästen, bis die Übertragung per Satellit des
europaweiten und überkonfessionellen Projekts „Pro Christ“ aus der sächsischen Stadt beginnt. Dann startet das Vorprogramm der großen Evangelisation. Das gestaltet in Aalen an jedem der acht Übertragungstage zwischen 29. März und 5. April eine andere kirchliche Gemeinde der „Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen“ (AAC). Zu ihr zählen die Evangelischen, die Methodisten, die Baptisten, die Gemeinde Hoffnung für Alle, die Altpietisten und der CVJM (Christlicher Verein junger Menschen). Sie arbeiten schon seit 1995 zusammen, als „Pro Christ“ erstmals in Aalen stattfand. Nicht offiziell vertreten sind die Katholiken.
Doch am Montagabend hat der katholische Weihbischof Thomas Maria Renz bei „Pro Christ“ sein persönliches Zeichen gesetzt für die Ökumene in der Kocherstadt. „Ich bin hier, um die Ökumene zu fördern“, betonte er im Gespräch an den Bistrotischen im Foyer des Gemeindehauses nach der Gottesdienstübertragung. Das sei abgestimmt mit den hiesigen katholischen Pfarrern, sagt er in Richtung von Salvator-Pfarrer Hans Stehle, der neben ihm steht. Noch gebe es unter etlichen Katholiken Vorbehalte gegenüber „Pro Christ“ und den teilnehmenden Gemeinden. Die müsse man abbauen. Dafür stehe er ein. „Die Ökumene ist eine Chance, die wir ergreifen müssen“, erklärt der Weihbischof. Schließlich gebe es vieles, das über die Konfessionsgrenzen hinweg eint. Etwa den selben Gott, die Bibel oder die Evangelien. Und von dieser Form des Gottesdienstes könnten auch die Katholiken profitieren. „In dieser Feier wird provoziert“, räumt er ein. Das sei gut so. Das sei bereichernd. Denn als Christ müsse man sich zu seinem Glauben bekennen, seine persönliche Beziehung zu Gott finden. „Damit Glaube alltagstauglich wird“, fordert Renz. Den Weg einer persönlichen Beziehung zu Gott hat Ulrich Parzany in seiner knapp einstündigen Predigt (Lukas 14) aufgezeigt. Wortgewaltig fesselt er selbst via Satellit die Gäste von „Pro Christ“ im Aalener Gemeindehaus. Macht deutlich, dass Gott zu einem reichen und erfüllten Leben einlade. Eine Einladung, die bis über den Tod hinaus gelte. Er spricht von einer großen Dinnerparty, bei der es noch freie Plätze gebe. Übersetzt Worte aus der Bibel in unseren Alltag. Mal ganz seriös, mal heiter. Alles eingerahmt von einem modernen Umfeld – dem Freien Theater Berlin, das eine Szene aus Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ gibt. Eingerahmt vom Pro-Christ-Orchester, das musiziert und vom Pro-Christ-Chor, der moderne christliche Lieder intoniert. Da stimmen in Aalen die Christen mit ein. Die fröhliche Stimmung schwappt nach Aalen über und hält an. Auch nach dem Gottesdienst, als im Foyer des Gemeindehauses bei Tee und Tacos gute Gespräche geführt werden – auch über das Thema des Abends: „Eingeladen: Verpassen wir das Beste?“. Die Frage können Christa aus Dewangen und Anna aus Hofen locker beantworten.
Sie verpassen nichts – da sind sie sich sicher. „Das Feuer für Jesus, das hat
Parzany bei uns gezündet“, sagen sie. Der 16-jährige Lukas findet andere Worte – mit dem gleichen Inhalt: „Der Gottesdienst war cool.“
© Schwäbische Post 01.04.2009
Aalen macht mit bei "Pro Christ"
Europaweites Projekt – acht Themenabende vom 29. März bis 5. April im evangelischen Gemeindehaus
Die Sehnsucht nach Spiritualität und Orientierung im Glauben ist ein wachsendes Bedürfnis. Deshalb haben sich Aalener Christen dem europaweiten und überkonfessionellen Projekt „Pro Christ“ angeschlossen. Von 29. März bis 5. April wird zu acht Themenabenden in das Evangelische Gemeindehaus Aalen (Friedhofstraße) eingeladen.
Dieses Banner macht am Evangelischen Gemeindehaus in Aalen aufmerksam auf das europaweite Projekt „Pro Christ“. Das Foto zeigt v.l. Pfarrer Bernhard Richter von der evangelischen Kirche, Walter Ohligschläger vom CVJM, Johannes Müller von der katholischen Gemeinde St. Maria und Thomas Mayer, der geistliche Leiter von „Pro Christ“. (Foto: Oliver Giers)
Aalen. Im Mittelpunkt jeden Abends steht ein zentraler Gottesdienst unter dem Motto „Zweifeln und Staunen“. Er wird aus der Chemnitz-Arena in professioneller Weise über Satelit auf Großleinwände in über 1000 Städte Europas, darunter auch Aalen, übertragen. Die Predigt hält Ulrich Parzany, ein seit Jahrzehnten erfahrener Evangelist vom CVJM (Christlicher Verein junger Menschen). In einem örtlichen Vorprogramm wird in das jeweilige Thema eingeführt. „Wir haben uns besonders gefreut, dass dazu Weihbischof Thomas Maria Renz von der Diözese Rottenburg-Stuttgart am 30. März nach Aalen kommt und um 19.30 Uhr zu den Pro-Christ-Teilnehmern sprechen wird“, betont Thomas Mayer, der geistliche Leiter des Projektes in Aalen.
Die Gruppierungen, die in einer gemeinsamen Trägergemeinschaft „Pro Christ“ vorbereitet haben und präsentieren werden, stellen sich in Video-Filmen vor. Sie arbeiten schon seit 1993 zusammen, als „Pro Christ“ erstmals in Aalen stattfand. Daraus entstand die „Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen“ (AAC). Zu ihr zählen neben der Evangelischen Kirche die Methodisten, Baptisten, der CVJM, die Altpietisten und die Gemeinde „Hoffnung für alle“.
Auch aus katholischen Gemeinden gibt es Mitarbeiter beim AAC. „Wir hoffen, dass auch technisch alles klappt“, sagt Walter Ohligschläger vom CVJM, der organisatorische Leiter von „Pro Christ“ in Aalen. Ein Team von Helfern sorgt für Zuverlässigkeit und Qualität der Übertragung sowie für den Ablauf des örtlichen Programms. Im Anschluss an den zentralen Gottesdienst, der durch Theaterszenen, Chöre, Solisten und Instrumentalisten mit gestaltet wird, gibt es in einem Bistroteil im Evangelischen Gemeindehaus Gelegenheit für Fragen und zur Aussprache. Dafür stehen Ansprechpartner der verschiedenen Gruppierungen zur Verfügung.
Pfarrer Bernhard Richter hofft im Namen aller Veranstalter von „Pro Christ“ auf rege Teilnahme. „Wir wollen besonders diejenigen einladen, die noch wenig Wissen und Erfahrung im Glauben haben und die auf der Suche nach Sinn und Orientierung im Leben sind“. jm
© Schwäbische Post 28.02.2009


